Positionspapier zur Künstlichen Intelligenz
Zusammenfassung
KI verändert die UX-Praxis, indem sie neue gestalterische Herausforderungen schafft und Werkzeuge zur Unterstützung der UX-Arbeit bereitstellt. Das UXQB setzt sich für eine menschenzentrierte KI-Entwicklung ein und verpflichtet sich, seine Lehrpläne und sein Ethik-Rahmenwerk zu überprüfen, um sicherzustellen, dass diese die Entwicklung von Ansätzen für menschenzentriertes Design (HCD) unterstützen, die den Einsatz von KI einbeziehen. UX-Professionals sollten KI kritisch einsetzen – dabei stets die Ergebnisse der KI überprüfen und ihre Kernkompetenzen bewahren.
Vorwort
Das International Usability and User Experience Qualification Board (UXQB) betrachtet den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) als treibende Kraft und wesentlichen Bestandteil bei der Entwicklung moderner interaktiver Systeme. Dies wird erhebliche Auswirkungen auf den Beruf der UX-Professionals haben.
Wie jede vom Menschen genutzte Technologie ist auch KI von Natur aus Gegenstand von UX und menschenzentriertem Design und bringt neue Herausforderungen in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, Kontrolle, Vertrauen, Nachhaltigkeit und Ethik mit sich. Während grundlegende HCD-Konzepte stabil bleiben werden, wird sich die Rolle von UX-Professionals von der manuellen Produktion hin zur Qualitätssicherung von KI-generierten Ergebnissen verlagern.
Diese Stellungnahme dient als Orientierungshilfe für UX-Professionals, fließt in die Entwicklung der UXQB-Lehrpläne ein und dient als Referenz für die Arbeitsgruppen des UXQB. Sie enthält Empfehlungen, keine verbindlichen Vorschriften.
Grundprinzipien
Die UXQB setzt sich dafür ein, dass KI-basierte Systeme auf eine menschenzentrierte Weise entwickelt werden. Insbesondere vertritt die UXQB die Auffassung, dass
- KI-Systeme klar kommunizieren müssen, welche Daten wofür verwendet werden und welche Entscheidungen von der KI getroffen werden.
- die Nutzenden die Kontrolle über die Interaktionen mit KI-Systemen behalten und in der Lage sein müssen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
- UX-Prozesse für KI-basierte Systeme die Testbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Interaktionen gewährleisten müssen.
- Ethische Grundsätze und rechtliche Rahmenbedingungen bei der Konzeption und Bewertung konsequent berücksichtigt werden müssen, wobei KI-spezifische Belange wie algorithmische Verzerrungen, Datenschutz, Erklärbarkeit und gesellschaftliche Auswirkungen zu berücksichtigen sind.
Verpflichtungen im Rahmen des UXQB
Überprüfung der Lehrpläne: Überprüfung aller CPUX-Lehrpläne, um sicherzustellen, dass sie Ansätze für HCD unterstützen, die den Einsatz von KI einbeziehen; entsprechende Aktualisierung der Lehrplaninhalte.
Ethik-Rahmenwerk: Bewertung, ob die aktuellen Definitionen für ethisches und nachhaltiges Design KI-spezifische Belange angemessen berücksichtigen.
Arbeitsgruppe: Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Beobachtung der Entwicklungen im Bereich KI und zur Abgabe von Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Lehrpläne.
Vorteile von KI für die UX-Arbeit
KI kann die UX-Arbeit unterstützen, indem sie große Datensätze analysiert, Muster erkennt, Entwürfe erstellt und schnelle Prototypeniterationen ermöglicht. Diese Technologien sollten jedoch als Hilfsmittel dienen und nicht als Ersatz für menschliche Kreativität, Empathie und kritisches Denken.
Leitlinien für UX-Professionals
- Betrachte KI-generierte Ergebnisse stets als ersten Entwurf und niemals als Endprodukt. Nutze dein eigenes Fachwissen, um die Genauigkeit, Relevanz und Fairness der Ergebnisse zu überprüfen.
- Halte dich über die neuesten Entwicklungen im Bereich KI auf dem Laufenden. Sei neugierig, probiere Dinge aus.
- Bleibe wachsam! Sich zu sehr auf KI-generierte Ergebnisse zu verlassen, kann sich negativ auf deine wichtigste Fähigkeit auswirken: die Fähigkeit zu denken.
- Wende weiterhin HCD-Methoden an. HCD-Methoden sind wichtiger denn je, um nützliche und gebrauchstaugliche KI-basierte Produkte zu entwickeln.
Hast du eine Frage an das UXQB?
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